NeuroBlog

Auf diesem Blog erzählen Neurologen, Pflegefachkräfte und Therapeuten ihre ganz persönlichen Geschichten. Was fasziniert sie an der Neurologie? Warum haben sie dieses Fach gewählt und warum würden sie es immer wieder tun? Interessierte finden hier spannende Einblicke in das Fach, Tipps für Beruf und Karriere und ganz persönliche Eindrücke von einem der vielfältigsten Fächer der Medizin.
Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

Die Neuro­wissenschaften haben mich nicht losgelassen

Aus dem Labor in die Klinik

Durch eine experimentelle Doktorarbeit in der Kardiologie, hatte ich ganz früh in meinem Medizinstudium einen Zugang zu wissenschaftlicher Laborarbeit in der Medizin. Die Neurowissenschaften entdeckte ich erst gegen Studienende, durch einen HIWI-Job in der Neuroradiologie. Seitdem haben mich die Neurowissenschaften nicht mehr losgelassen. Während meiner Facharztausbildung zur Neurologin konnte ich durch verschiedene Forschungsstationen in Lübeck, Hamburg und New York, USA im Bereich der neurowissenschaftlichen Bildgebung rotieren. Als ich dann ein Angebot als Clinician Scientist an der Uniklinik RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich bekam, war das die für mich perfekte Position, weil ich so die Forschung und Klinik in optimaler Weise verbinden konnte.

Faszination Neurologie

Die enge Verbindung von Forschung und Klinik hat mich in den letzten Jahren sehr geprägt. Dieser Spagat ist sicherlich nicht immer einfach, aber gleichzeitig sehr fruchtbar. Der Transfer zwischen den Disziplinen ist wichtig für die Forschung und klinische Versorgung.

Für mich ist das Gehirn das spannendste Organ überhaupt und in den Neurowissenschaften gibt es noch so viel zu erforschen. Schaut man sich an, was wir alles in den letzten Jahren gelernt haben und wie sich auch die Techniken entwickelt haben, kann man erahnen, wie rasant die Entwicklung auch in Zukunft weiter gehen wird. Es macht einfach Freude, daran mitwirken zu können.

Tipps für angehende Neurologen

Studierende sollten die Chance nutzen und in möglichst viele Bereiche reinschnuppern. So erkennt man schnell, was einem vielleicht besonders gut liegt. Denn das Wichtigste ist, dass man sich für ein Fach begeistern kann. Ich empfehle, über den klinischen Tellerrand zu schauen und auch die Wissenschaft zu betrachten. Selbst im Praxisalltag ist es enorm wichtig, klinische Ergebnisse bewerten zu können und auf dem neuesten Stand zu sein.